Nach intensiver Vorbereitung startet die neue Wonderland-Website mit ersten Funktionen, die eine Idee davon geben sollen, mit welchen Mitteln Wonderland in Zukunft die Arbeit rund um das optische Labor verbessern will.

Ein neuer Blick auf Messtechnik

Was den erfahrenen Käuferinnen und Käufern von Messtechnik sicher schnell auffallen wird: Ihr findet auf unserer Seite keine Fotos der vorgestellten Geräte. Bei Wonderland ist der Blick auf die pure Funktionalität gerichtet, auf Einheitlichkeit und Interoperabilität. Bilder würden diesen Blick nur verfälschen, darum dürft ihr sie gerne auf den Herstellerseiten betrachten, wenn Euch der optische Eindruck wirklich interessiert. Bei Wonderland zeigen wir alle Geräte nur in einer stark vereinfachten, isometrischen Darstellung als schwarze Kisten. Wichtig für euch ist nicht, was in der schwarzen Kiste vor sich geht - wichtig ist, was rein und raus geht.

Alle Schnittstellen des Geräts, ob Datenverbindungen oder Ein- und Ausgänge für elektrische und optische Signale, sind daher in der Darstellung farblich kodiert. Elektrische Eingänge beispielsweise sind gelb, elektrische Ausgänge rot, Datenschnittstellen sind grün. Optische Ein- und Ausgänge sucht ihre heute noch vergeblich, sie werden aber in Zukunft in blau und violett dargestellt werden. Wenn ihr eine noch eindrücklichere Darstellung der Datenflüsse sehen wollt, dann schaltet das Stecker-Symbol an der Darstellung um. Die Datenflüsse zeigen noch einmal detaillierter, welche Signale beispielsweise als digital und welche als analog zu betrachten sind, oder welche Signale periodisch und welche stochastischer Natur sind. Der weiße Zeit-Stern zeigt Euch zudem, woher das Gerät seine Zeitbasis bezieht und wie es sie mit anderen Geräten teilt.

Einsatz von künstlicher Intelligenz

Der Aufbau dieser Website und derart komplexer, schematischer Darstellungen wäre ohne den Einsatz von künstlicher Intelligenz nicht in der Kürze der Zeit möglich gewesen. Die Seite nutzt das Content Management System TYPO3, mit dem ich schon früher gearbeitet habe. Angesichts der Komplexität dieses Systems hätte ich mir das Programmieren der notwendigen Extension jedoch nicht zugetraut, zumindest nicht binnen weniger Wochen. Künstliche Intelligenz hat das nun geändert und es möglich gemacht, innerhalb von sechs Wochen zumindest diese Skizze zu erarbeiten. Ich habe mich dabei für das Modell DeepSeek Flash als Coding Agent entschieden und bin ziemlich glücklich mit dem Ergebnis. Einerseits, weil es technisch funktioniert. Andererseits aber auch, weil ich in dem Ergebnis ein Abbild meiner Ideen sehe.

Mein Blick auf meine eigene Arbeitsweise hat sich dabei deutlich verändert und ich mache Dinge jetzt anders, als ich es vor einigen Wochen gemacht hätte. Beispielsweise verfasse ich diesen Text auf Deutsch. "Kollege DeepSeek" übersetzt ihn dann auf Englisch, was auch entsprechend kenntlich gemacht werden soll. Auf Deutsch bin ich einfach in der Lage, präziser und authentischer zu formulieren, als mir das im Englischen möglich ist - auch wenn ich mit meinem Englisch immer recht gut durchgekommen bin. Aber diese Möglichkeiten zu nutzen, anstatt denselben Text zweimal zu schreiben oder auf eine deutsche Version ganz zu verzichten, das hat mir erst die intensivere Auseinandersetzung mit den technischen Hilfsmitteln in den letzten Wochen erlaubt.

Das ist erst der Anfang

Ihr werdet beim Durchschauen der Website feststellen, dass vieles noch unvollständig ist, dass viele Spezifikationen fehlen und dass es sicher auch noch den einen oder anderen Bug gibt. Das darf im Moment auch noch so sein, denn wir treten jetzt erst in eine Beta-Phase ein, in der der Austausch mit Nutzerinnen und Nutzern besonders wichtig wird. Was ihr hier findet, ist eine Skizze dessen, was wir uns vorstellen. Entscheidend wird nachher euer Erlebnis vom Anfang des Prozesses bis zum Ende sein: Von eurer vagen Idee über die Recherche von Möglichkeiten und die Realisierung eures Experiments bis hin zur Publikation eurer Ergebnisse. Unsere Seite bildet davon erst einen kleinen Teil ab, aber der Anspruch ist, langfristig den ganzen Prozess zu begleiten. In diesem Sinne ist es es nun an Euch, mit uns über eure Erfahrungen zu sprechen - sowohl über die Erfahrungen mit unserer Seite, als auch die aus dem Wissenschaftsbetrieb, die ihr noch nicht abgebildet seht. Aktuell laufen wir durch eine spannende Phase, in der noch vieles formbar ist.

Beim Schreiben dieses Textes bin ich nun oft zwischen der Ich- und der Wir-Form hin und her geschwankt. Aktuell ist Wonderland Systems noch ein Ein-Mann-Betrieb, so dass man sich die Frage stellen darf, ob man überhaupt von "wir" sprechen darf. Ich habe das für mich so gelöst, dass ich die Wir-Form verwende, wo ich für die Firma spreche, denn da sind es zumindest zwei Personen - eine natürliche und eine juristische. Die Ich-Form bleibt meiner persönlichen Meinung und meinen Erlebnissen vorbehalten.